Der nutzlose BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) warnt vor Bitcoins als „zersetzend“ und „gefährlich“. Somit ist der Punkt für mich erreicht sich mit diesem Thema mal ernsthaft zu beschäftigen!
Zunächst mal die Antwort auf die Frage welche viele Leser jetzt sicher im Kopf haben (Was sind den bitte nun schon wieder „Bitcoins“?): Bitcoins sind eine Art virtuelle, kryptografische und anonyme Nerd-Währung, welche ohne zentrale Autorität, nach dem P2P-Prinzip (Peer To Peer – wie bei BitTorrent u.ä.) überwiesen werden. Dabei sind Bitcoins dem Gold nachempfunden und aufgrund ihres Designs auch als Spekulationsobjekt interessant. Eine simple Einführung in das Prinzip gibt es hier.
Wenn man sich mit diesem Thema näher beschäftigt, kann man erkennen, dass Bitcoins einiges an Potential haben unsere überkommenen ökonomischen Machtstrukturen umzukrempeln. Es ist jedoch gar nicht so einfach, ohne einen BWL- oder VWL-Hintergrund, eindeutig zu sagen ob Bitcoins nun Dysfunktional sind oder „The Next Big Thing“ in der Ökonomie des Netzes.
Um mir einen Überblick zu verschaffen habe ich erst mal alles gelesen was mir zum Thema unter die Finger kam und nicht zu oberflächlich schien. Hier eine kleine Auflistung damit sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann:
- http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,765382,00.html (Interessanter Einblick ins Thema)
- https://en.bitcoin.it/wiki/FAQ (Ein umfassenderer Überblick im „offiziellen“ FAQ)
- http://www.quora.com/Is-the-cryptocurrency-Bitcoin-a-good-idea (Eine Kritik mit ausführlichen Antworten auf die diversen Punkte)
- http://www.links.org/?p=1164 (Und noch eine Kritik mit ausführlichen Antworten)
Nach dem ich die angegebenen Links alle gelesen habe und in Ruhe eine Nacht darüber geschlafen habe muss ich sagen, dass ich das Thema Bitcoins spannender den je finde. Die Nachteile wie eingebaute Deflation, die Eignung als Spekulationsobjekt, die Belohnung von „Early Adopters“, die fehelende Regulation usw. sind zwar alle berechtigt aber bei genauerem Hinsehen keine Kill-Argumente. Nicht einmal das wahrscheinliche Szenario, dass staatliche Autoritäten versuchen werden dieses oder ähnliche Systeme zu verbieten (vor allem wenn sie erfolgreich sein sollten) sollte einen abschrecken mit solchen Systemen Erfahrungen zu sammeln.
Wir befinden uns in einem politisch- ökonomischen System das deutliche Anzeichen von Systemversagen zeigt: viele Staaten sind jenseits einer Rückzahlbarkeit überschuldet, die Leitökonomie der USA ist im Siechtum begriffen, der Euro bröckelt, Rohstoffpreise steigen, billige Energie ist nicht länger verfügbar, der Klimawandel verursacht global zunehmende Kosten für Gesellschaften und Ökonomien usw. usw…
In einer solchen Welt wie sie uns bevorsteht würde man meinen, dass staatliche Regulatorien ein Garant für Sicherheit und Stabilität sind, aber wie sollen die selben Autoritäten die diese Probleme zum Teil erzeugen und sie mindestens nicht verhindern uns bitte davor schützen?! Es darf gezweifelt werden!
An dieser Stelle kommen Systeme wie Bitcoin ins Spiel: sie bieten mit ihrer unregulierten Instabilität eine Paralelwelt die eine Chance hat noch zu funktionieren wenn ganze Volkswirtschaften oder Währungen zusammenbrechen!
Es spricht also aus meiner Sicht einiges dafür sich auf Experimente mit Bitcoins einzulassen:
- Wenn man jetzt noch einsteigt, kann man noch Coins minen
- Der Aufwand ist gering (Software installieren, fertig!)
- Wenn man wenig „echtes“ Geld in die Bitcoin-Economy investiert riskiert man nur wenig.
- Bitcoins haben großes Potential
- Man hat Spaß dabei an einem spannenden ökonomischen Experiment teilzunehmen
- Wirschaftliche Freiheit bekommt eine völlig neue Bedeutung: man wird unabhängig von Banken und staatlicher Bevormundung (zumindest so lange es funktioniert)
- Es zeichnet sich ab, dass rund um Bitcoins ein ganzes System aus Dienstleistungen entsteht. Hier könnte so etwas wie die Goldgräberstimmung des Internets im Kleinen wiederholt werden.
- Im Kriesenfall hat man eine unabhängige Alternative zu dann strauchelnden Wirtschaft
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